Termine

16.08. | 08:30
21.08. | 18:00
21.08. | 19:00
22.08. | 19:00
23.08. | 15:30
04.09. | 16:00

Unser Schulprogramm

Hier kommen Sie direkt zu unserem Schulprogramm. Des Weiteren steht ihnen die PDF-Datei als Download zur Verfügung.

Schulprogramm.pdf
Größe: 4615 kB


Wo sind Glaube und Moral?

Theater-AG des Lichtenberg-Gymnasiums wagt einen Blick in die düstere Tiefgarage der Geschichte
(Denice May, Cuxhavener Nachrichten, 6.3.2017)

CUXHAVEN. Wer aufwendige Bühnenbilder mag und auf ausgefallene Requisiten steht, der wartet beim aktuellen Stück der Theater-AG des Lichtenberg-Gymnasiums vergebens darauf. Ein Nachteil ist es dennoch nicht, denn das Stück „Die Troerinnen“ zieht die Zuschauer auch ohne das Drumherum in seinen Bann. Und das liegt eindeutig an den jungen Nachwuchs-Schauspielern. Das Stück „Die Troerinnen“ des antiken Dichters Euripides verlangt den Mitgliedern der Theater-AG einiges ab. Doch das sich es gelohnt hat, diese Herausforderung anzunehmen, zeigt sich bereits nach der Premiere. „Die Nachfrage für Karten war so groß, dass wir uns dafür entschieden haben, noch eine weitere Vorstellung zu geben“, erklärt Leiter Rolf Gorny stolz.

Zum Stück: Zehn Jahre lang metzelten sich Griechen und Trojaner gegenseitig nieder. Das Morden ist zum Selbstzweck geworden, es gipfelt in der Vernichtung Trojas mit anschließendem Genozid. Die Helden sind tot, die trojanischen Frauen, die überlebt haben, darunter die trojanische Königin Hekabe (gespielt von Julia Schurig) mit ihren Töchtern und Schwiegertöchtern, erleiden die entfesselte Rache der Sieger und werden als Sklavinnen verschleppt.

Früher und heute

Mit seinem 415 v.Chr. in Athen aufgeführten Drama blickt Euripides in die düstere Geschichte. Angst regiert, Böses entsteht, Glaube und Moral sind abhandengekommen. Die Theater-AG will mit dem Stück zeigen, dass es eine Art Brücke zwischen dem antiken Text und der heutigen Zeit gibt. Denn nach wie vor seien insbesondere Frauen in Krisen- und Kriegsgebieten von extremer  physischer und sexueller Gewalt betroffen. Die Geschehnisse im Kosovo, in Bosnien oder die aktuellen Ereignisse in Syrien zeigen, dass die von Euripides aufgezeigten Mechanismen der (männlichen) Sieger immer noch greifen und nichts von ihrer archaischen Brutalität verloren haben.