Termine

22.10.-24.10.
30.10. | 16:00
01.11. | 16:00
24.12.-04.01.

Unser Schulprogramm

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Blockflötenklasse

Was ist das "Porjekt Blockflötenklasse"?

Mit dem Beginn des 2. Schulhalbjahres in Klasse 5 lernen alle Schüler einer Klasse im Musikunterricht Sopran-Blockflöte zu spielen. Das Projekt wird seit Februar 2012 mit ein oder zwei fünften Klassen durchgeführt und wurde bisher entweder von Frau Rönnfeld oder Herrn Hohmeister geleitet.

In jeder Musikstunde bis zum Ende der 5.Klasse wird dann auf der Blockflöte musiziert und alle Themen des Unterrichts werden anhand von praktischen Spielstücken veranschaulicht. So gibt es z.B. zum Komponistenportrait eine Melodie von Mozart oder ein Menuett von Bach, zur Erläuterung der musikalischen Form "Rondo" lernen alls das "Te deum" (Eurovisionmusik) von M.A. Charpentier und zur Thema Fußball WM 2014 werden Nationalhymnen eingeübt und die besonderen Merkmale politischer Musik besprochen.

Was bringt es, wenn alle Blockflöte spielen?

Musikunterricht hat viel mit Praxis zu tun. Musikalische Phänomene und Strukturen können nur dann nachhaltig vermittelt werden, wenn sie erlebt und erfahren werden. Daher lernen Schüler nachweislich schneller und vertiefter, wenn sie im Musikunterricht praktisch arbeiten. Wer z.B. das Thema der Moldau von B. Smetana selbst spielen kann, hat die "Wellenbewegung" des Flusses mit den eigenen Fingern auf der Flöte erfahren und wird die Melodie auch beim Hören im komplexen Orchesterstück mühelos heraushören.

Die Bildung eines "Klassenorchesters" kann viele positive Einflüsse auf das Miteinander in einer Klasse haben. Wenn alle im gleichen Metrum spielen wollen, muss man lernen, einander wahrzunehmen und aufeinander zu hören. Nicht, wer als erstes fertig ist, hat gewonnen, sondern, wer mit den anderen gemeinsam spielt. Diese Erfahrung hat sich in den bisherigen Durchgängen des Projektes nachweislich positiv auf die jeweilige Klassengemeinschaft ausgewirkt.

Öffentliche Auftritte, z.B. beim Julius-Club in der Stadtbibliothek oder beim Linos-Konzert, stärken das Selbstbewusstsein und vermitteln das tolle Gefühl, gemeinsam leisten zu können. Darüber hinaus fördert die Einübung einer guten Bühnenpräsenz auch Qualitäten, die den Schülern bei anderen Präsentationen, z.B. bei Referaten, zu Gute kommen.

Muss es wirklich Blockflöte sein? Warum nicht Bläser- oder Streicherklassen?

Die Blöckflöte bietet sich als Einstiegsinstrument an, weil bei ihr sowohl Tonerzeugung als auch Grifftechnik leicht zu erlernen sind. So können alle schnell Erfolge erzielen und das gemeinsame Musizieren in den Vordergrund stellen. Das ist bei anderen Musikklassen-Modellen deutlich schwieriger.

Muss jeder eine neue Blockflöte kaufen?

Grundsätzlich klingt nicht jede Blockflöte gleich. Das ist an sich kein Problem, aber mit zwanzig und mehr gleichzeitig erklingenden Flöten kann das auf die Dauer für die Ohren schon anstrengend werden, wenn die Schwingungen der Töne sich minimal unterscheiden. Nach drei Jahren des Projektes lässt sich daher sagen: Es ist für die Ohren einfacher, wenn alle Kinder auf dem gleichen Modell spielen. Zur Zeit verwenden wir die Sopranblockflöte Yamaha Y-RS 32, diese kostet in der Sammelbestellung 10 Euro. Aber oft gibt es Flöten, die iim Klang sehr ähnlich sind. Diese lassen sich natürlich auch weiter verwenden.

Es gibt auf der Blockflöte zwei unterschiedliche Griffweisen: die deutsche Griffweise wird wegen ihrer anfänglichen Einfachheit oft an Grundschulen eingeübt, bei Halbtönen wie cis oder fis gibt es aber damit oft Probleme, weil Löcher nur halb abgedeckt werden müssen.

Dies ist für Anfänger oft schwierig. Deshalb erlernen die Schüler in der Blockflötenklasse am LiG die barocker Griffweise, die es ermöglicht, alle Töne ohne halbe Löcher, sondern nur mit Griffvarianten zu spielen. Es ist daher auch hilfreich, wenn alle Schüler dieselbe Flöte mit barocker Griffweise besitzen und keine unterschiedliche Grifftabelle benutzen müssen.

Was ist, wenn ein Kind schon Blockflöte spielen kann?

Für Kinder, die z.B. bereits in der Grundschule oder im Privatunterricht Blockflöte gelernt haben, bieten sich nach den ersten gemeinsamen Stunden schnell weitere Förderungsmöglichkeiten an: So gibt es zu fast allen Stücken eine zweite, anspruchsvolle Stimme zu erlernen. Oder suchen die Herausforderung eines neuen Instrumentes und erlernen das Spiel auf der Altblockflöte zeitgleich mit den Mitschülern. Auch das ergibt klanglich reizvolle Kombinationen im Klassenverband.

Nach ein oder zwei Monaten als Blockflötenklasse können werden auch Arrangements gespielt werden, in denen Klavier, Keyboard, Gitarre, Schlagzeug und weitere Begleitinstrumente dabei sind. Wenn Kinder eines dieser Instrumente bereits gut genug beherrscht, kann es seine Stärken natürlich auch dort einbringen. Ziel des Musikunterrichts ist es aber auch, die Vielfalt in der Musik zu fördern, daher wäre es schade, wenn ein Kind nur auf dem Instrument spielt, das es bereits beherrscht.

Ist Blockflöte nicht "uncool"?

Die Erfahrung der bisherigen Blockflötenklassen hat gezeigt, dass Schüler in Klasse 5 dem Instrument meist noch ohne Vorurteile begegnen. Gerade die schnellen Erfolge im Zusammenspiel mit der Klasse wirken dabei motivierend. Außerdem gehören zu den Stücken, die im Unterricht gespielt werden, auch von den Schülern gewünschte Popsongs und Filmmusik. Das Vorbild der älteren Blockflötenklassen zeigt, gerade auch bei Jungs: wer etwas gut und selbstbewusst vortragen kann, der erntet dafür Anerkennung.